Exponate im Haffmuseum Ueckermünde

Als eines der wenigen aus dem Besitz der pommerschen Herzöge erhaltenen Besitztümern auf deutschem Boden ist das Schloss Ueckermünde heute zu bewundern. Schon seit fast 200 Jahren hat das Rathaus hier seinen Sitz und es ist wohl auch diesem Umstand zu verdanken, dass es heute noch steht.

Was würde besser zu so einem historischen Bauwerk passen, als ein historischer Bezug, ein Museum?

Das gibt es tatsächlich in den alten Mauern des Ueckermünder Schlosses. Was 1950 als kleine Heimatstube in knapp 30 Quadratmetern begann, ist heute eine vielbesuchte Einrichtung und deutet mit seinem Namen den Bezug zur Region an: Haffmuseum.

Lange Zeit sah es nicht so aus, als dass aus dieser kleinen Aneinanderreihung von Ausstellungsstücken einmal etwas Großes wird. Es war nur dem Engagement einiger heimatgeschichtlich interessierter Menschen zu verdanken, dass es überhaupt bestehen blieb. Heute findet der Besucher ein attraktives Haffmuseum vor, das sich über drei Etagen im Schloss erstreckt. Schon die Eingangssituation ist sehr interessant. Über der mit Stabwerk reichlich verzierten Eingangstür befindet sich eine Kopie eines Sandsteinreliefs von Hans Schenk, genannt Scheußlich, das den Erbauer der auf den Resten der früheren Burg errichteten Schlosses, Philipp I., zeigt. Das Original wurde 1938 aus dem Ueckermünder Schloss entfernt und nach Stettin geschafft, wo es heute noch im Schloss lagert.

Ein Empfang mit Verkaufseinrichtung und Info-Computer begrüßt den Gast. Über die mittelalterliche Wendeltreppe gelangt man in die oberen Ausstellungsräume und letztlich in den Schlossturm, von dem man eine sehr schöne Aussicht über Stadt und Haff hat. Ganz oben sieht man dann auch den Bereich Schifffahrt, Fischerei und Ziegelindustrie, einst für die kleine Stadt am Stettiner Haff so wichtige Erwerbszweige. Viele Exponate aus dem Produktionsprozess und Modelle lassen diese Bereiche authentisch nachvollziehen. Jüngste Errungenschaft des Museums ist die Erweiterung auf dem bisher ungenutztem Dachboden des Schlosses. Die Stadt investierte hier weit über eine halbe Million Mark für Sanierung und Ausstattung. Mit modernem Interieur ausgestattet, erzählen auf über 200 Quadratmetern Fläche verschiedene Bereiche ihre Geschichte. So über das Gießerei- und Bahnwesen, über die Produktion von Schiffslaternen oder das Schulwesen. Eine original nachgebaute Schiffskajüte lässt das Leben an Bord eines Binnenschiffes nachvollziehen.

Im mittleren Geschoss erstrecken sich zwei große Ausstellungsräume. Hier erfährt der Besucher etwas aus der Ur- und Frühgeschichte oder aus der Stadt- und Schlossgeschichte. Exponate, wie Waffen, Haushalts- und Handwerksgegenstände, Gemälde oder die Nachbildung eines Repräsentationsgewandes von Herzog Philipp I. lohnen allein schon den Besuch.

Seit mehreren Jahren bietet das Haffmuseum nicht nur seine ständigen Ausstellungen an, sondern organisiert mit hohem Aufwand mehrmals jährlich Sonderausstellungen. Die Themen sind vielfältig: Malerei, Hobby- und Brauchtumspflege, regionale Geschichte, Handwerk und vieles andere. Diese Ausstellungen sind sehr beliebt und verlocken auch den Einheimischen dazu, mal wieder in sein Museum zu gehen.

Der Besuch des 1992 sanierten Ratssaales mit dem einmaligen Deckengewölbe aus dem 16. Jahrhundert sollte bei einem Besuch des Haffmuseums nicht fehlen.


Porzellanschale


Nachbildung eines Repräsentationsgewandes
von Herzog Philipp I


Ritterrüstung


Petschaft


Slawenboot

Mit jährlich fast 10.000 Besuchern ist das Ueckermünder Haffmuseum eher
eine kleine Einrichtung. Die Tendenz ist jedoch ständig steigend und
man kann letztlich sagen:
"Klein, aber oho..."

 


Siegel Bogislaws

 

weitere Exponate aus der Schiffahrt, der Bahngeschichte und Gebrauchsgegenstände ...

Exponate aus der Schiffahrt


Haffkahn


Fischerboot

Exponat aus der Bahngeschichte


Bahnhofsuhr


Buttermodel zur Herstellung
eines verzierten Stücks Butter

 

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