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Baugeschichte
Am Sonntag Judika, den 16. März 1766, fand die Einweihung der Marienkirche statt.
Länge 40 m; Breite 15 m, Höhe 9 m, ca. 900 Sitzplätze. Der alte Turm blieb bis 1866 stehen.
1242 |
Erste urkundliche Erwähnung der Ueckermünder Kirche |
1473 |
Vernichtung des Kirchengebäudes durch einen Stadtbrand und Wiederaufbau mit Unterstützung Bogislavs X. |
1534 |
Einführung der Reformation in Pommern |
1752 - 1766 |
Bau des jetzigen Kirchengebäudes unter Beihilfe Friedrichs II. |
1775 |
Altar, Deckenbemalung und Emporen |
1866 |
Neubau des Turmes im neugotischen Stil; Höhe: 51 m |
1883 |
Orgel von der "Neuen Kirche" in Berlin gekauft |
1891 |
Renovierung der Kirche |
1908 |
Heizungsanlage |
1961 |
Restaurierung des Altars |
1976 |
Innenausmalung |
1991 |
Kirchturmsanierung |
1993 |
Kirchensanierung (v.a. Fenster und Dach) |
1998 |
Kirchplatzneugestaltung |
2006 - 2008 |
Restaurierung der bemalten Holzdecke |
Die Glocken
1607 |
7 Zentner, Stettin (1959 zurück von Hamburg) |
1613 |
31 Zentner, Greifswald |
1930 |
11 Zentner, Breslau (1964 von Eggesin gekauft)
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Lateinische Inschriften
Über dem südlichen Eingang (außen)
Auspice Deo magno Prussorum rege Frederico II largitore hoc templum et vetustate consumtum et ob hominum frequentiam dilatandum funditus exstructum est anno Christi MDCCLII.
(Unter göttlicher Leitung zur Zeit des großen Preußenkönigs Friedrich II, des Spenders, ist dieses Gotteshaus, das durch Alter zerfallen war und wegen des zahlreichen Besuches erweitert werden musste, von Grund auf aufgebaut im Jahre 1752.)
Über der Tür des nördlichen Vorbaues:
Non Dei sed hominis, non homini sed Deo soli instrantibus salus, exeuntibus virtus anno MDCCLII.
(Nicht Gottes, sondern Menschen (Werk), nicht den Menschen, sondern Gott allein zu Ehren. Dem Eintretenden Heil, dem Heraustretenden Tugendhaftigkeit.)
Aus der alten Kirche stammt das Ratsgestühl. Die Westwand stammt aus dem Jahre 1593 mit fünf Feldern, von denen jedes das geschnitzte Wappen oder die Hausmarke eines der damaligen Ratsmitglieder trägt. Es sind Detlef Elver, Jochen Marquardt, Paul Swartrock, Carsten Bornemann und Gregorius Vicke. Die Ostwand des Ratsgestühles aus dem Jahre 1651 besteht aus 4 Feldern mit folgenden Inschriften (im Original lateinisch):
1. Führe kein Urteil herbei, außer wenn beide gesprochen haben.
2. Kein Mensch ist in allem weise: es sündigt oder irrt, auch wer weiser ist als weise.
3. Der Mann ohne seine Betätigung und Pflichttreue ist nichts.
4. Umsonst sprechen alle Gesetze den frei, den das eigene Gewissen verdammt.
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Bilder in der Ueckermünder Kirche
Vorhanden sind drei Pastorenbilder (in der Reihenfolge vom Ostgiebel aus gesehen)
Andreas Hogräbius. Er war hier von 1643 bis 1680 Superintendent und Diakonus und zugleich Pastor von Liepgarten und bis 1654 auch von Eggesin. Auf der aufgeschlagenen Bibel steht: Verbum Divinum manet in aeternum ("Das Wort Gottes bleibt in Ewigkeit.")
Johann Gottfried Ravenstein, geboren am 05. Dezember 1765 und gestorben am 03. Juni 1841. Er war von 1786 - 1841 Pastor zu Eggesin und Diakonus zu Ueckermünde. Wegen seiner großen Verdienste um die Entwicklung der Stadtschule ernannte die Stadt ihn zum Ehrenbürger und stiftete bei seinem 50jährigen Amtsjubiläum 1836 sein Bild der Kirche.
Karl Ernst Gottlieb Claudius, geboren am 29. Januar 1781 und gestorben am 04. März 1855. Er war 1833 bis 1855 Superintendent der Synode Ueckermünde und Pastor der hiesigen Gemeinden, nachdem er vorher königlicher Schul- und Regierungsrat, Dr. theol. seit 1833 in Coeslin gewesen war. Sein Bild wurde 1853 ebenfalls anlässlich seines 50jährigen Dienstjubiläums der Kirche geschenkt.
Neben der Orgel hängt ein Bild von Luther und Calvin mit folgender Widmung: "Ein Herr, ein Glaube und eine Taufe, ein Gott und Vater Aller. Mit innigem Dank gegen den Allgütigen der Kirche geschenkt im Jahre 1845 von dem Böhlschen Ehepaar welches, obwohl von verschiedenen Confessionen unter dem Segen Gottes, 32 Jahre In glücklicher Ehe gelebt hat."
Daneben hängt ein Bild mit Jesus Christus.
Das Bild links auf der Empore neben dem Altar stellt Luther mit dem Schwan dar. Der Schwan ist ein Hinweis auf Jan Hus.
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Altar
Der jetzige Altar wurde nach dem Neubau von 1752 - 1766 geschaffen. Der zweigeschossige Kanzelaltar ist in der Form des Rokoko gestaltet.
Der Überlieferung nach soll er von dem Ueckermünder Tischler Amende, der 1744 von Mehrungen hier eingewandert war, gebaut worden sein. Nach den an ihm verzeichneten Namen scheint er ein Geschenk zu sein. Tappert war hier seit 1763 Senator mit dem Titel Bürgermeister, Eckart (Eggert) war Schiffer.
Die Figuren am Altar zeigen die vier Evangelisten: Matthäus mit dem Engelkopf, Markus mit dem Löwen, Lukas mit dem Stier und Johannes mit dem Adler.
Taufbecken
Die Ueckermünder Kirche benutzt noch heute eine Messingschale von 1683. Sie zeigt auf dem Grund in Treibarbeit Maria an einem Betpult kniend, hinter ihr ein Engel und darüber eine Taube. Umgeben ist das Bild von der viermal sich wiederholenden Inschrift in spätgotischen Majuskeln: "Wart Geluck alze. E.H." (Warte des Glückes allzeit). Die beiden letzten Buchstaben sind die des Namens der Stifterin, den uns die Randinschrift verrät: "Dieses Taufbecken hat Gott zu Ehren und der Ueckermündischen Kirche zum besten verehret Joachim Holz und Elisabeth Gramrattin Anno 1683."
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Tafeln in der Ueckermünder Kirche
1. 1813- 1815 Aus diesem Kirchspiel starben für König und Vaterland im Jahre 1813 - 1815. Es folgen 14 Namen mit Angabe der Schlachtorte.
2. 1849 August Ferdinand Thormann, königl. Förster in Grambin, starb am 28. August 1849 im Alter von 60 Jahren und stand44 Jahre im Dienst. Er hat mitgekämpft bei Groß-Görschen bei Bautzen an der Katzbach, bei Wittenberg, Halle und Leipzig, wo er selbst verwundet wurde.
3. 1866/67 Neun Namen mit Schlachtorten
4. 1870 Carl Leonhardt, Regiments-Adjudant im Regiment Colberg Nr. 9,fiel bei Pontalier am 1. Februar 1871.Max Leonhardt, Lieutenant im 3. Garderegiment zu Fuß, fiel am18. August 1870 beim Sturm auf St. Marie.
5. 1914- 1918 Im Weltkrieg starben für Deutschlands Ruhm und Ehre die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Ueckermünde. Es folgen 7 Namen.
6. 1914- 1918 Vier Tafeln mit 259 Namen (3 x 65 und 1 x 64).
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Deckengemälde
Das Deckengemälde entstand nach dem Neubau der Kirche, spätestens aber im Jahr 1775. In der Mitte befindet sich ein dreifaches Symbol für Gott: Strahlenkranz, Dreieck und Auge. Weiterhin sind Engel abgebildet und die Taube als Zeichen des Geistes und der Taufe. Die Randbemalung mit den Bibelsprüchen erfolgte 1891. Von 2006 bis 2008 wurde die Decke vollständig restauriert.

Bibelspruch auf der Randbemalung der Decke
Kronleuchter
Alle drei Kronleuchter der Kirche sind Geschenke.
1) 1653: einmal 7 Arme: Emerenz Bollhagen Hinrich Dickmanns Hinterbliebene Witwe Anna Dickmanns, Frau des Bürgermeisters Christof Malchins eheliche Hausfrau, haben diesen Leuchter In dieses Gotteshaus verehret Anno 1653.
2) 1648: zweimal 7 Arme: Er wurde von dem Amtmann Joachim Plaete geschenkt. Anno 1648, den 24. Dezember hat Ihre F. G. fürstliche Gnaden wohl bestellter diesen Leuchter zu Gottes Ehre und zum Gedächtnis seiner lieben Kinder in dieser Kirche verehret.
3) 1703: zweimal 6 Arme: Soli Deo Gloria. Anno 1703, den 20. November ist dieser Leuchter in Amsterdam gekauft, und Gott zu Ehren und dieser Ueckermünder Kirche zum Zierrat geschenkt von Jakob Waegener, Bürger und Schiffer, selbst und dessen Eheliebste Barbara Schular.
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Orgel
Schon lange vor dem 30jährigen Krieg erklangen in der Marienkirche Orgeln zum Gottesdienst.
Die 1594 eingebaute Orgel war ein Instrument, dessen Spieltechnik schon hoch entwickelt war. Herzog Philipp Julius, der sich häufig in Ueckermünde aufhielt, hatte auf Bitten der Gemeinde den Neubau des Instrumentes finanziell unterstützt.
Nach dem Neubau der Kirche erwarb die Kirchengemeinde 1769 die Orgel der Stettiner Marienkirche, die bis 1882 in der Ueckermünder Marienkirche verblieb.
1882 wurde die Orgel der Neuen Kirche Berlin gekauft. Die Stettiner Orgel setzte man nach Luckow um. Noch heute ist sie dort zu hören.
Bis vor wenigen Jahren hatte man angenommen, dass die Orgel aus Berlin von Carl August Buchholz konzipiert sei. Bei einer Untersuchung der Orgelpfeifen wurde 2006 jedoch festgestellt, dass die Orgel ursprünglich 1752 von Johann Peter Migendt gebaut worden ist. Unter Übernahme von Migendtpfeifen hatte Buchholz die Orgel 1847 umgebaut und erweitert.

Blick auf die Orgel der Sankt Marienkirche Ueckermünde
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